Benutzer:AI/Wortschatzuebungen

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Ausgehend von den folgenden Fragestellungen...

  • Welche Übungs- und Aufgabenformen für die Einführung und das Training von Wortschatz gibt es?
  • Wie wirken diese Übungen/ Aufgaben im Unterricht?

... ist das Ziel AG Wortschatzübungen die Überprüfung vorhandener Wortschatzübungen und die Entwicklung von Wortschatzübungen, die in möglichst vielfältigen Kontexten einsetzbar sind. Fragen und Hinweise sollten ein Anreiz sein, die Diskussionsseite zu benutzen. Dieser Artikel hat die Aufgabe zu erklären, was die TeilnehmerInnen der AG Wortschatzübungen tun können, wenn sie in der AG mitwirken und am Lektorenfachseminar teilnehmen wollen. Der erste Teil dieses Artikel gibt einige Kategorien vor. Um die Mitarbeit geht es dann im 2. Teil Aktivitäten, der 3. Teil gibt Quellen und weiterführende Hinweise an.

Inhaltsverzeichnis

Einteilung der Wortschatzarbeit

Es gibt grundsätzlich mehrere Möglichkeiten die Wortschatzarbeit einzuteilen. Eine Einteilung nach Unterrichtssequenzen und eine typologische Einteilung der Wortschatzübungen. Auch die mediale Form der Übungen kann ein Kriterium darstellen.

Übungstypologien

  • isolierend/vernetzt

Werden nur einzelne lexikalische Einheiten gelernt oder gibt es eine Verbindung in einem Satz- oder Textkontext. Werden Wortfelder dargestellt?

  • aktivierend/zuordnend (reflexiv)

Sollen die lexikalischen Einheiten zugeordnet werden oder sollen sie (etwa im Satzzusammenhang) benutzt werden?

  • während/ausserhalb der Unterrichtszeit
  • Vokabeltest
  • Wörterbucharbeit
  • Medium: Papier/Computer
  • einsprachig (Deutsch)/zweisprachig

Phaseneinteilung von Wortschatzarbeit

0. Vor der Unterrichtsarbeit ist eine (explizite) Reflexion über den Wortschatz möglich. Dies ist jedoch nicht allen Fällen notwendig. Wenn mit einem festen Lehrbuch gearbeitet wird, ist der Wortschatz schon durch das Lehrbuch festgelegt. Da der Unterrichtsablauf auch nicht in allen Einzelheiten vorgeplant werden kann, ist eine Wortschatzreflexion auch nur in einem bestimmten Umfange möglich.

1. Einführung neuen Wortschatzes: Diese Phase wird oft Sematisierung genannt, was aber eine explizite Einführung des Wortschatzes bedeutet. Es sind aber auch implizite Möglichkeiten der Wortschatzeinführung möglich, wenn etwa der Wortschatz einfach im Wörterbuch nachgeschlagen wird. Die Wortschatzeinführung gehört nicht unmittelbar zu den Wortschatzübungen und wird hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

2. Die Wortschatzübungen (im engen oder unmittelbaren Sinne) bedeuten die Kontrolle des bereits bekannten Wortschatzes und seine Verbindung zu neuen Strukturen. Dabei können Wortschatzübungen eine Leistungskontrolle seitens des Lehrenden darstellen (z.B. Vokabeltests). Die Lehrenden können aber auch selbstständig (etwa mit Hilfe eines Computerprogramms) überprüfen, ob sie den Wortschatz schon beherrschen. Die Kontrolle des Wortschatzes kann aber auch mit einer Verfestigung des Wortschatzes einhergehen, wenn etwa zweisprachig eingeführte Wörter (oder Strukturen) einsprachig abgefragt werden. Auch die Medien können wechseln, wenn etwa Wortschatz in einem Text mittels Bildern abgefragt wird. Auch die Automatisierung oder die Verarbeitungstiefe des Wortschatzes kann überprüft und (somit auch) gefestigt werden.

Wortschatz üben

Nachdem der Wortschatz eingeführt worden ist, sollte der Wortschatz geübt werden, damit er nicht vergessen wird. Sehr sinnvoll ist es selbstverständlich den Wortschatz durch wiederholten Gebrauch zu üben. Dies ist aber nicht immer möglich, da eine wiederholte Benutzung gleicher pattern in der Alltagskommunikation (in der Regel) nicht vokommt. Deshalb ist es oft notwendig den Wortschatz durch bewußte und geplante Übungen zu wiederholen und zu festigen. Der Computer ist für diese Zwecke besonders geeignet, weil er ein geduldiger Lernpartner ist, den Wiederholungen nicht stören.

online Übungen

  • Online-Übungen von Michael Möbius: Von einem DaF-Profi erstellte Übungen mit hotpotatos, die nicht nur Wortschatz, sondern auch grammatische Phänomene üben. Die Wortschatzübungen sind thematisch geliedert.
  • Kostenlose Tests vom Goethe-Verlag: Man sollte nicht meckern, schließlich sind die Tests kostenlos. Als Wiederholung sind die Tests vielleicht gut geeignet. Allerdings gibt es (mal wieder!) keine thematische Gliederung des Wortschatzes.

offline Übungen


Aktivitäten

zentrale Maximen

Es gibt 2 Mögllichkeiten aktiv zu werden: Einmal können vorhandene Materialien auf ihre Wirkung bei den Lernern getestet werden. Zum anderen können natürlich auch eigene Materailien entwickelt werden. Nicht nur, dass dieses Seminar den DAAD sehr viel Geld kostet, es ist auch wichtig, dass alle TeilnehmerInnen einen (ungefähr) gleichen Beitrag von ihrer Zeit der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Wenn wir gut arbeiten, dann ist das für viele ein Gewinn, für die KollegInnen (besonders in Japan), die von neuem Unterrichtsmaterial profitieren, für den DAAD, der feststellt, dass es sich auszahlt unsere Vernetzungen zu fördern; für die DaF-Lehrenden auch außerhalb Japans, die von gutem Material für Deutsch profitieren und natürlich besonders für unsere Lernenden, die wir so besser unterstützen können.

Überprüfungen

Es gibt bereits vielfältiges Material zur Wortschatzübung. Als ein Beispiel sei hier auf die Vokabellernplattform myloern verwiesen, weil sie (auch) von Kollegen hier in Japan organisiert wird. Um Wortschatzübungen noch effizienter gestalten sind Tests mit Nutzern der Plattform eine wichtige Informationsquelle. Dazu einige Leitfragen:

  • Wie arbeiten die LernerInnen mit dem Material?
  • Wie lässt sich das Material mit dem Unterricht kombinieren?
  • Was kann verbessert werden?

Um diese (und andere!) Fragen zu beantworten, brauchen wir überprüfbare Daten, die man z.B. im Rahmen von Aktionsforschung mit Fragebögen, Beobachtungsbögen oder mit Interviews gewinnen kann. Auch Material aus dem Unterricht kann herangezogen werden. Wichtig ist, dass das Material transparent und nachvollziehbar, also (bis zu einem bestimmten Grad) intersubjektiv überprüfbar ist.

eigene Entwicklungen

Natürlich ist es nicht möglich ein eigenes Computerprogramm zu entwickeln, es ist auch fraglich, ob dies sinnvoll wäre. Aber man kann Übungen entwickeln und diese dann überprüfen. Ein Arbeitsblatt, das ein Mal im Unterricht eingesetzt wird, reicht nicht aus! Es sollten Übungssequenzen sein, die ein bestimmtes Ziel im Unterricht verfolgen. Das klingt zunächst nach viel Arbeit und das ist es auch! Aber es soll darum gehen, dass das Material, welches wir für unseren Unterricht sowieso erstellen, ausgeweitet wird. Es ist Extra-Arbeit das Material für andere Unterrichtskontexte nutzbar zu machen, aber die Erstellung des Materials (etwa Vorkabeltests) ist auch in einem normalen Unterricht notwendig.

Kombinationen beider Ansätze, andere Ideen, Kooperationen von KollgInnen

Beide vorher vorgestellte Aktivitäten können gut kombiniert werden. Auch die Zusammenarbeit der AG vor dem LFS bietet sich an. Natürlich gibt es andere Möglichkeiten. Diese können hier oder auf der Diskussionsseite ergänzt werden.

Referenzen

online (bei ZUM, anderswo im Internet, sowie offline)

anderswo

Monographien und Aufsätze (offline)

  • Bayerlein, Oliver (1997), Erwerb und Vermittlung von Wortschatz, Ein Beitrag zur Verbesserung des Unterrichts in Deutsch als Fremdsprache an japanischen Universitäten, (Iudicium) München
  • Wollert, Mattheus (2002), Gleiche Wörter - andere Welten, Interkulturelle Vermittlungsprobleme im Grundwortschatzbereich, Empirisch basierte Untersuchungen zum Unterricht DaF an Universitäten in Südkorea,(Iudicium) München