Planung Studientage Deutsch 2017

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Inszenierungen im DaF-Unterricht - Für eine performative Lernkultur an kroatischen Schulen

  • Termin: 03.-04.03. 2017

Inhaltsverzeichnis

Kurzbeschreibung

In jüngster Zeit ist immer wieder von der sogenannten „performativen Wende“ in der Fremdsprachendidaktik die Rede. Die zweitägige Veranstaltung möchte die aktuellen Entwicklungen auf diesem Gebiet diskutieren und für den Fremdsprachenunterricht an kroatischen Schulen nutzbar machen. Dabei geht es auch um eine kritische Auseinandersetzung mit den Defiziten des kommunikativen Ansatzes im schulischen Kontext.

Schwerpunktthemen der Studientage sind:

  • Steht die Fremdsprachendidaktik tatsächlich vor einer performativen Wende?
  • Wie muss eine Lernkultur aussehen, die kognitiv-intellektuelle, soziale, emotionale und ästhetische Komponenten des Menschseins gleichermaßen berücksichtigt?
  • Welchen Beitrag können inszenierten Lernkontexte für die Entwicklung des kroatischen DaF-Unterricht leisten?
  • Welche Erkenntnisse aus der aktuellen Fremdsprachendidaktik, der Neurolinguistik und Gehirnforschung sprechen für den Einsatz theaterpädagogischer Methoden und wo liegen deren Grenzen?
  • Welche Konzepte sind geeignet, um „das Potential von Inszenierungen im engen, theaterästhetischen und im weiten projekt- und handlungsorientierten Sinn für das fremdsprachenlernen zu nutzen“? (Zitat, S. 7)
  • Wie sieht das optimale Lernarrangement aus, um inszenierte Lernkontexte im kroatischen DaF-Unterricht erfolgreich zu etablieren?
  • Wie gelingt es in der Lehreraus- und –fortbildung das Bewusstsein für die Vorteile von inszenierten Lernkontexten zu schärfen? Welche Kompetenzen auf Seiten der Lehrer sind für dieses Kontexte notwendig und wie kann man diese in der Lehreraus- und –fortbildung entwickeln? Welches Potential haben theaterpädagogischer Methoden, um in der Lehreraus- und –fortbildung die personalen und sozialen Kompetenzen der Lehrkräfte zu entwickeln?
  • Welche Zusammenhänge bestehen zwischen der Entwicklung der digitalen Medien und einer performative Lernkultur und wie gelingt es beide gewinnbringend zu verbinden?
  • Welche Bedeutung hat die Entwicklung der Performativen Kompetenz für das kroatische Bildungssystem im Allgemeinen und dem Fremdsprachenunterricht im Besonderen?

Warum?

Meine persönliche Erfahrung:

Wenn ich spreche, gebrauche ich mehr als nur die gesprochene Sprache. Für mich ist Sprache / Kommunikation nur ganzheitlich möglich.

  • Sprechen begreife ich als etwas, das man mit seiner ganzen Persönlichkeit tut. Das gilt auch für das sprechen in einer Fremdsprache.

Persönlichkeitsentwicklung als elementares Bildungsziel

  • entwicklungspsychologisch geht man davon aus, dass nachhaltige Entwicklung sich in der Vernetzung aller 9 Entwicklungsbereiche vollzieht: Intelligenz, Motivation, Gefühle, Denken, Fantasie, Kreativität, Sprache / Sprechen Motorik, Soziabilität
  • Persönlichkeiten handeln in Situationen in den denen sie Ziele erreichen müssen, Ziele erreicht man gegebenenfalls durch Inszenierung und durch die Bewusstheit, dass Situationen mit anderen Menschen inszeniert oder ritualisiert sind. Bedeutung kreiert man durch: Sprache + Mimik + Gestik + Stimme (Verhalten im Raum) -> Merkmale des Theaters

Fremdsprachenlernen (nicht nur in der Schule) als Bühne

Jeder Fremdsprachenlerner hat erfahren oder erfährt, dass Schule auf Inszenierung und Ritualisierung beruht:

Der Fremdsprachenunterricht selbst besitzt Inszenierungscharakter. Man vergleicht ihn mit einer "Bühne", "auf der bereits auf der Ebene der ’Kommunikationsform Unterricht’ ein diskursiv-soziales Spiel inszeniert wird." [1] Ziel der Inszenierung im Unterricht ist die Schaffung von Situationen, in denen möglichst echte Kommunikationsabsichten durch fremdsprachliches Handeln realisiert werden können. Durch die digitalen Medien des 21. Jahrhunderts kommen neue „Bühnen“ hinzu, denn Websites wie YouTube sind letztendlich nur digitale Präsentationsplattformen.
Aktuelle Forschungen belegen, dass dramapädagogische Übungen (die zumeist bewegungsgekoppelt sind) positive Behaltenseffekte ergeben.[2]

Sprachnotsituationen

  • Konkret beim Gebrauch der Fremdsprache kann es zu "Sprachnotsituationen"[3] kommen, bei der man mit Mimik und Gestik eine Brücke schlagen möchte. (Das spontane und authentische Agieren und Reagieren in diesen Situationen fördert und fordert: Empathie, soziale und kommunikative Kompetenzen.)

Interkulturelles Lernen durch Theaterpädagogik und Dramapädagogik

  • Als Fremdsprachenlerner ist das Erreichen von kommunikativen Zielen stark von dem interkulturellen Kontext abhängig. Interkulturelles Lernen kann durch Theaterpädagogik erfolgreich unterstützt werden.
  • Lernen mit "Kopf, Herz und Hand" "Pestalozzi" möchte ich den Satz gegenüberstellen Sprechen mit "Kopf, Herz und Hand".
  • Schewe ergänzt: „Lehren und Lernen mit Kopf, Herz, Hand und Fuß“ (Schewe 1993: 7-8). "Solch eine ganzheitliche Sicht liegt einem dramapädagogischen Konzept von Fremdsprachenunterricht zugrunde. Darin wird die dramatische Kunst, auch im Zusammenspiel mit anderen performativen Künsten wie Performance Art, Storytelling, Tanz und Oper zur Inspirationsquelle für das fremdsprachenpädagogische Handeln (ebd)."[4]

Ganzheitlichkeit als Unterrichtsprinzip

  • Ganzheitlichkeit als Unterrichtsprinzip verlangt, dass Schüler nicht mehr nur einseitig kognitiv angesprochen und gefordert werden, sondern ein Lernen unter Einbeziehung möglichst vieler Sinneskanäle ermöglicht wird.
  • Die Forderung nach Ganzheitlichkeit will die gesamte Persönlichkeit des Lernenden in den Lernprozess einbringen und komplexe Unterrichtsstrukturen schaffen.
  • Dramapädagogik als ganzheitliche Lern- und Lehrmethode ist auch eine Form des offenen Unterrichts, welcher kooperatives Lernen und selbständiges Arbeiten ermöglichen. Dramapädagogik und kooperative Makromethoden haben sehr viele Gemeinsamkeiten.[5]
  • Ein sehr schöner Verweis starke Wirkung, die Theater auf die Persönlichkeitsentwicklung stammt von Schewe[6]:

"Johann Wolfgang von Goethe erkannte zu seinen Lebzeiten bereits den Mehrwert des Theaters. In seinem im Jahre 1795/96 erschienenen Bildungsroman Wilhelm Meisters Lehrjahre beschreibt er die starke Wirkung, die Theater auf die Persönlichkeitsentwicklung eines jungen Erwachsenen ausüben kann. Durch die Theatererfahrung geht der Protagonist bewusster mit dem eigenen Körper um, überwindet Auftrittsängste, verhält sich gelassener im sozialen Umfeld und erweitert nicht zuletzt seine sprachbezogenen Kompetenzen."

  • Er verweist auf:
  • bewusster Umgang mit dem eigenen Körper
  • Überwindung von Angst in der Öffentlichkeit
  • Selbstbewusstsein
  • Erweiterung der sprachbezogenen Kompetenzen.
  • Das eigene ICH bewusster wahrnehmen und für die eigene kulturelle Prägung sensibilisiert werden:
  • Das Kommunikationsquadrat (Die vier Seiten einer Nachricht): Die Verständigung kann akustisch einwandfrei, sprachlich (auf der grammatischen Ebene korrekt) erfolgen, aber trotzdem misslingen. "Das komplizierte Verhältnis von Gesagtem und gemeinten, von dem, was der sender (bewusst oder unbewusst) in eine Äußerung hineinlegt, und dem, was beim Empfänger ankommt, kann interkulturell noch fraglicher werden.

Wer ein Gefühl für die Klärungsbedürftigkeit aller vier Seiten der Kommunikation entwickelt hat, kann manches Missverständnis aufklären."[7]

Sprechen findet in sozialer Interaktion statt

Sprechen ist eine Form menschlichen Handelns, die in sozialer Interaktion stattfindet. Deshalb muss auch kulturspezifisches Handlungswissen aufgebaut werden.
DLL 4 beruft sich dafür auf das Levelt-Modell. Diese beschreibt 3 Phasen:

  1. Konzeptualisierungsphase: wird die Mitteilung geplant
  2. Formulierungsphase: werden die Wörter gesucht und die grammatische und phonologische Struktur der Äußerung aufgebaut
  3. Artikulationsphasephase: sprechen
  • "Alle mentalen Vorgänge werden immer wieder überprüft, entweder durch einen internen Monitor (Konzeptualisierungsphase) oder durch das Hörverstehenssystem (Formulierungs- und Artikulationsphase). Wir sprechen also die Wörter immer mental mit und überprüfen sie."[8]
Fragen
  • Wo hat hier die nonverbale Kommunikation platz?
  • Alte Frage neu stellen? Gibt es eine Sprache hinter dem Sprechen?“ (das ist der provozierende Titel eines von Krämer/König 2002 herausgegebenen Sammelbandes; vgl. auch Krämer 2001). (Siehe dazu hier und hier )
  • Sprechen soll durch Anwendung trainiert werden. (indem die Lernenden unterschiedliche Situationen und Rollen kennenlernen und in und mit ihnen handeln.) -> Liegt hier die Möglicht, die Anwendung ganzheitlich zu trainieren?
In DLL 4 heißt es dazu

"Sprechen an sich ist sehr komplex und hat zahlreiche Merkmale, u.a. findet es typischerweise in einer face-to-face-Kommunikation statt (Ausnahme: am Telefon) und ist vom jeweiligen außersprachlichen Kontext, also etwa von der Situation, in der gesprochen wird, und vom Vorwissen der Kommunikationspartner abhängig. So ist z.B. der Satz „Hast du keinen Mülleimer?“ nicht als Frage zu verstehen, sondern als indirekte Aufforderung zum Aufräumen, was jedoch beide Gesprächspartner wissen müssen, damit die Sprachhandlung eine Wirkung erzielt. Weitere Merkmale gesprochener Sprache sind u.a., dass

  • ein einmal gesprochener Satz nur im Nachhinein korrigiert werden kann,
  • auf mündliche Äußerungen meist spontan reagiert werden muss,
  • Satzabbrüche, unvollständige oder grammatisch inkorrekte Sätze, Wiederholungen oder Pausen vorkommen können,
  • nonverbale Elemente (Gestik und Mimik) das Sprechen begleiten und unterstützen,
  • meist ganz automatisch auf sprachliche Routinen und formelhafte Wendungen zurückgegriffen wird."[9]

Die Komplexität und Vieldeutigkeit von Kommunikation allgemein erfassen und Lösungsstrategien finden:

"Nachrichten enthalten meistens einen sprachlichen, verbal ausgedrückten, und nicht-sprachlichen, non-verbal ausgedrückten Teil. Diese beiden Teile können sich ergänzen, aber auch widersprechen. Daher unterscheidet man kongruente und inkongruente Nachrichten / Botschaften. Kongruent ist eine Nachricht, wenn sie in sich stimmig ist. In einem solchen Fall weisen alle gegebenen Signale bei der Kommunikation in die gleiche Sinnrichtung.

Inkongruent ist demnach eine Nachricht, bei der die ausgesendeten Signale nicht zueinander passen und sich im Extremfall sogar widersprechen."[10]

  • Beispiel: asymmetrische Kommunikation, Tonfall entscheidet über Aussage usw.
  • Ziele: nonverbale Signale erkennen, reflektieren und bewusst einsetzen

Riemann-Thomann-Modell der inneren Pluralität:

Die Lehre von der inneren Pluralität des Menschen basiert auf der Annahme, "dass es im Inneren des Menschen kein einheitliches Ich oder Selbst gibt. Menschen stellen stattdessen in gewissem Sinne "multiple Persönlichkeiten" dar, die sich aus verschiedenen Anteilen zusammensetzen. (vgl. Schulz v. Thun 1998, S.52)"[11]

  • Siehe ausführlicher: www.teachsam.de
  • ist ein allgemeinmenschliches Problem, die sich je nach Kultur höchst unterschiedlich ausprägt.
  • Das bedeutet: Menschen aus unterschiedlichen Kulturen sind zugleich sehr ähnlich und sehr unterschiedlich." [12]
  • Dramapädagogik kann zentrale Konfliktfelder bewusst machen und Lösungen entwickeln
  • nicht immer ist gezielte explizite Metakommunikation möglich oder angemessen, hier kommt Dramapädagogik ins Spiel, die implizit "behutsamere Wege" zu finden


Studie zum Mehrwert der Theater- und Dramapädagogik

"Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Schüler, die regelmäßig an Aktivitäten des Bildungstheaters und -dramas teilnehmen, einfühlsamer sind: sie zeigen mehr Sorge um andere und sind eher in der Lage, ihre Perspektive zu ändern. Sie können besser Probleme lösen und mit Stress umgehen. Bei ihnen ist es wahrscheinlicher, dass sie zentrale Charaktere der Klasse sind. Sie sind erheblich toleranter in Bezug auf Minderheiten und Ausländer und sie sind viel aktivere Bürger: sie zeigen eine höhere Wahlbereitschaft und Teilnahme an öffentlichen Belangen."[13]

Neue Lernkultur?

  • Es wird oft vergessen, dass am sprechenden Kopf ein zum Ausdruck begabter Körper befestigt ist. (Wer hat das geschrieben?)

Ziel: Lernkultur schaffen, die es Lernenden erlaubt, all ihre Ressourcen einzusetzen und auszuschöpfen - eine Lernkultur, die kognitiv-intellektuelle, soziale, emotionale und ästhetische Komponenten des Menschseins gleichermaßen berücksichtigt.

  • Und im Fremdsprachenunterricht?
  • Dem schulischen FSU wir oft vorgeworfen, dass er Lerner produziere, die zombiegleich ihre Sprechfertigkeiten schier in Totenstarre und mit tonloser Stimme von sich geben.
  • -> logische Hervorbringungen eines real existierenden FSU, der die Sprache durch pseudodidaktische Aufbereitungsprozeduren reduziere:

Kommunikation auf ein PINGPONG der Redemittel und melodisch-dynamisches Artikulieren auf korrektes Aussprechen

Dramapädagogik liefert Möglichkeiten, "das Erlernen einer Fremdsprache im schulischen Kontext so in Szene zu setzen, dass die fremde Sprache eben nicht nur
  • in einzelnen Versatzstücken
  • isolierten grammatischen Strukturen oder Wortlisten

gepaukt, gelernt und verstanden wird (oder auch nicht),
sondern dass es vielmehr darum geht, (...) sich die fremde Sprache einzuverleiben und sie zu verkörpern."


[14]

Inszenierungen im FSU

  • erschöpft sich nicht im klassischen Schultheater!
  • sind theoretisch fundiert und empirisch erforscht
  • kann die klassische fremdspachendidaktische Diskussion bereichern
  • Ziel: Sich die fremde Sprache einzuverleiben und sie zu verkörpern (Present tense incarnat)
  • Inszenieren = bewusstes Gestalten für ein Publikum

Begriffe:

  • performativen Wende
  • kognitiv-intellektuelle, soziale, emotionale und ästhetische Komponenten des Menschseins
  • aktuellen Fremdsprachendidaktik
  • Neurolinguistik und Gehirnforschung
  • optimale Lernarrangement aus für inszenierte Lernkontexte
  • personale und soziale Kompetenzen der Lehrkräfte
  • digitaler Medien und einer performativen Lernkultur
  • Inszeniertheit des Alltags = Performativität! (Sich-zur-Schau-stellen)


Interkulturelle kommunikatve Kompetenzen (IKK)

= Kenntnisse über eigenen und fremde Kultur/-en
= bestimmte Einstellungen: Interesse, Offenheit und Toleranz
= Fertigkeiten: die eine erfolgreiche Kommunikation ermöglichen (Zuhören, Feedback geben, Kompromisse aushandeln und eingehen usw.)
-> idealerweise kritisches kulturelles Bewusstsein auf den Ebenen emotional, kognitiv, sprachliche Denk- und Handlungseben

  • interkulturelle Handlungsfähigkeit:
  1. Wahrnehmung, Deutung und Beurteilung von Fremden
  2. -> Hineinversetzen, Einfühlen in bestimmte Situationen
  3. -> Erprobung und Übernahme fremder Perspektiven
  4. -> zeitweilige Aufgabe eigenkultureller Erfahrungen, Wahrnehmungskonzepte u. Deutungsmuster
  5. -> reflektierte Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle und Sichtweise
  6. -> unterschiedliche Handlungsmuster werden kennen und akzeptieren gelernt
  • szenische Aufgaben sollten:
  1. kulturelles u. kommunikatives Wissen vermitteln,
  2. Perspektivwechsel ermöglichen,
  3. Einstellungen fördern wie: Offenheit u. Interesse an der fremden Kultur
  4. Gelegenheiten geben, interkulturelle Konflikte zu lösen
  5. verschiedene Perspektiven vergleichen
  6. Kompromisse zu finden

theaterästhetische Kompetenzen

  • (Theater verstehen, rezipieren, gestalten, reflektieren)

Übungen

  • körpersprachliche
  • stimmliche
  • Automatisierung und Flüssigkeit

Materialsammlung

Grammatikvermittlung: "Dramagrammatik"

Ziele

  • gramm. Strukturen werden praktisch erfahrbar gemacht und in den Lernprozess integriert.
  • die bewusste Thematisierung von grammatik stellt inhaltsgebundene Verankerung dieser Strukturen sicher
  • ganzheitliches Lernen: Kopf + Herz + Hand +Fuß
  • Prinzip der mehrkanaligen Vernetzung erfährt eine performative Komponente

Phasen

  1. Sensibilisierungsphase
  2. Kontextualisierungsphase
  3. Einordnungspphase
  4. Intensivierungsphase
  5. Präsentationsphase
  6. Reflexionsphase

Links

Sprachstadt

Die Sprachstadt ist eine Möglichkeit, verschiedene Sprachhandlungssituationen realitätsnah ins Klassenzimmer zu holen und die mündliche Sprachkompetenz auszuprobieren und zu üben. Sie ist:

  • eine offene Unterrichtsform
  • handlungsorientiert, schülerorientiert
  • ressourcenorientiert (Was ich kann)
  • Simulation: So-tun-als-ob
  • Situationen der Stadt sind von den Schülern "real akzeptierbar"
  • Schüler können echte Mitteilungsabsichten realisieren
  • Unterschied zum Theater: Die Schüler bleiben sie selbst, sie handeln als Verkäufer, Polizist usw. Simulation <-> Theaterspielen
  • Sprachstadt kann auch als mündliche Prüfung genutzt werden (Kees van Eunen)
Wie der Name schon sagt, ist ’Sprachstadt’ eine fiktive, in der Schule (im x-ten Stock, in der Aula, in …) situierten ’Stadt’, in der Schüler mit mehreren lebensechten Sprechanlässen konfrontiert werden. Das können Übungssituationen sein, aber auch Einbettung in die jeweilige Abschlussprüfung ist denkbar und möglich und wird in den Niederlanden meistens auch wirklich praktiziert.

Zitat:Kees van Eunen

  • Ablauf
  • Einführung: org. Fragen, Erwartungen (Keine Rollen soielen!)
  • Durchführung:
  1. Schüler erhält Laufzettel mit Übersicht möglicher Aktivitäten
  2. Schüler wählen frei: die Reihenfolge, das Tempo, gehen nach eigenen Interessen vor
  3. Besuch der "Station"
  • Nachbesprechung

Literaturempfehlungen

  • Inszenierungen im Fremdsprachenunterricht, Grundlagen, Formen, Perspektiven: Hrsg.: Almut Küppers, Torben Schmidt, Maik Walter,

ISBN 978-3-425-71214-7

  • SPRACH-FLUSS: Hedda Holl, Theaterübungen für Sprachunterricht und interkulturelles Lernen Goethe-Institut und Hueber Verlag, 2011

Zur Problemstellung: Lehreraus- und –fortbildung

Wie gelingt es in der Lehreraus- und –fortbildung das Bewusstsein für die Vorteile von inszenierten Lernkontexten zu schärfen? Welche Kompetenzen auf Seiten der Lehrer sind für dieses Kontexte notwendig und wie kann man diese in der Lehreraus- und –fortbildung entwickeln? Welches Potential haben theaterpädagogischer Methoden, um in der Lehreraus- und –fortbildung die personalen und sozialen Kompetenzen der Lehrkräfte zu entwickeln?

  • C.1. Allgemeine Empfehlungen für nationale und regionale Behörden: Hochschulbildung[15]

Ziel: Alle an europäischen Schulen unterrichtenden Lehrer sollten ein Grundwissen darüber haben, was Bildungstheater und -drama ist und wie diese zur Verbesserung der Lehre und des Lernen beitragen können. Es ist sehr wichtig hervorzuheben, dass Bildungstheater und -drama nicht ohne geeignete Ausbildung unterrichtet werden kann. Instrumente:

  • Lehrer von Studenten sollten einen Pflicheinführungskurs zu Bildungstheater und -drama als Instrument zur Ausbildung und zum Lernen und als Teil Ihrer Ausbildung zum Lehrer absolvieren (mit mindestens 5 ETCS ). Alle Lehrer sollten in den verschiedenen Einsatzmöglichkeiten von Bildungstheater und -drama unterrichtet werden.
  • Kompetenzen im Einsatz von Theater- und Dramapädagogik als Methode der Lehrerausbildung sollten in die Ausbildung anderer Fächer integriert werden; zum Beispiel in die Pädagogik, Sprachen, Sozialwissenschaften und Geschichte.
  • Ausbildung von genügend Lehrern für Theater und Drama, damit Kinder und Jugendliche ein regelmäßiger Zugang zu Bildungstheater und -drama ermöglicht wird, die über ihre gesamte Schulzeit hinweg von Spezialisten unterrichtet werden. Bildungstheater und -drama sollte als vertiefendes Studienfach an Hochschuleinrichtungen in allen Ländern Europas angeboten werden. Beispiel der möglichen Stufen: 30 ECTS, 60 ECTS, auf Ebene des Bachelor-, Master- und Doktorabschlusses.
  • Studenten und Künstler mit einem Abschluss in Theaterwissenschaften/für darstellende Künste sollten eine Kurskomponente zu Bildungstheater und -drama haben, um die Qualifikation als Lehrer für Bildungstheater und -drama zu erlangen (mindestens 30 ECTS).
  • Die Untersuchung des Wirkungsgrads des Bildungstheaters und -dramas sollte sowohl qualitativ als auch quantitativ erfolgen, damit Lehrer für Theater- und Drama sowie andere Erzieher immer besser werdende Programme entwickeln können.

Nachbereitung

  • Selbstbewusstsein bei Pubertierende stärken:

Links und Materialien

Referenzen

  1. Hallet (2010): http://research.ucc.ie/scenario/2010/01/hallet/02/de ; S.6
  2. Sambanis, Michaela (2016): Dramapädagogik im Fremdsprachenunterricht – Überlegungen aus didaktischer und neurowissenschaftlicher Sicht. In: Even, Susanne/Schewe, Manfred (Hg.): Performatives Lehren, Lernen, Forschen – Performative Teaching, Learning, Research. Berlin: Schibri, S. 47-66.
  3. Tselikas, Elektra: Dramapädagogik im Sprachunterricht. Zürich: Orell Füssli, 1999.
  4. THEATER IM FREMDSPRACHENUNTERRICHT LEHREN UND LERNEN MIT KOPF, HERZ, HAND UND FUSS, veröffentlicht in Magazin Sprache November 2016: https://www.goethe.de/de/spr/mag/20866409.html
  5. Siehe: Inszenierungen im Fremdsprachenunterricht: A. Bonnet, A. Küppers: Kooperatives Lernen und Dramapädagogik, Seite 50
  6. THEATER IM FREMDSPRACHENUNTERRICHT LEHREN UND LERNEN MIT KOPF, HERZ, HAND UND FUSS, veröffentlicht in Magazin Sprache November 2016: https://www.goethe.de/de/spr/mag/20866409.html
  7. Dagmar Krumbier, Friedmann Schulz von Thun (Hrsg.): Interkulturelle Kommunikation, Methoden, Modelle, Beispiele, Hamburg 2011, S. 14.
  8. Deutsch lehren lernen - DLL 4, Kapitel_3 Aufbau von produktiven Fertigkeiten, 3.1 Sprechen, S. 86
  9. Deutsch lehren lernen - DLL 4, Kapitel_3 Aufbau von produktiven Fertigkeiten, 3.1 Sprechen, S. 86
  10. http://www.teachsam.de/psy/psy_kom/psy_thun/psy_kom_thun_5_2.htm
  11. Inneres Team - Innere Pluralität des Menschen: http://www.teachsam.de/psy/psy_kom/psy_thun/psy_kom_thun_20_2.htm
  12. Dagmar Krumbier, Friedmann Schulz von Thun (Hrsg.): Interkulturelle Kommunikation, Methoden, Modelle, Beispiele, Hamburg 2011, S. 21.
  13. DICE - Die Würfel sind gefallen. Forschungsergebnisse und Empfehlungen für Bildungstheater und Bildungsdrama. DICE-Konsortium, 2010. In: http://www.dramanetwork.eu/file/policypaper_short_DE.doc , Seite 28
  14. Inszenierungen im FSU, S. 6
  15. DICE - Die Würfel sind gefallen. Forschungsergebnisse und Empfehlungen für Bildungstheater und Bildungsdrama. DICE-Konsortium, 2010. In: http://www.dramanetwork.eu/file/policypaper_short_DE.doc , Seite 40