Grammatik-Übersetzungsmethode

Aus DaF-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
  • im 19. Jahrhundert entwickelt.
  • Methoden wurden dem Unterricht der „alten Sprachen“ an Gymnasien übernommen.
  • fremdsprachliche Texte werden entweder grammatikalisch analysiert und übersetzt (analytisch-induktive Methode)
  • nach Einüben der Regeln Sätze aus oder in die Zielsprache übersetzt werden (synthetisch-deduktive Methode)
  • Lernziel: "Wer die Grammatik beherrscht, beherrscht die fremde Sprache!"[1]

Inhaltsverzeichnis

Gesellschaftlicher und historischer Kontext

  • hohes Prestige der klassischen Sprachen (Altgriechisch, Latein)
  • Sprachunterricht war das Privileg einer Bildungselite
  • übergreifendes Lernziel war die allgemeine Geistesbildung der Schüler (Hintergrund eines klassischen Bildungsideals und des Neuhumanismus)

Übungen

  • Korrekte Sätze nach einer Regel bilden (Regelanwendung)
  • Korrekte Formen einfügen (Lückentext)
  • Sätze nach formalen Grammatikkategorien umformen
  • Diktate (als wichtige Übungs- und Kontrollform) und andere Schreibübungen wie Zusammenfassung, Nacherzählung und freier Aufsatz
  • Übersetzungen, Übersetzen isolierter Sätze (von der Fremdsprache in die Muttersprache und umgekehrt)
  • Leseübungen (kürzere Textsorten und literarische Texte)
  • praktische Anwendung der grammatischen Regeln in den Übersetzungstexten

Grammatik

  • deduktive Grammatikvermittlung
  • leitend waren die nach lateinischer Tradition beschriebenen grammatischen Strukturen
  • Sprachregeln werden in der Zielsprache dargestellt
  • grammatischer Stoff wuird nach Wortarten gegliedert
  • Grammatigprogression (z.B.: „Vom Einfachen zum Schwierigen“) ist nicht ohne weiteres erkennbar

Wortschatz

  • zweisprachige Vokabelgleichungen (Unbekannte Wörter wurden in einem zweisprachigen Vokabelverzeichnis präsentiert)
  • Wortschatz wird auf Lektüre abgestimmt, d. h. alle Vokabeln in dem zu behandelnden Text werden gegeben (alphabetisch angeordnete Vokabellisten helfen beim Lesen, Schreiben und Übersetzen)
  • mechanisches Auswendiglernen von Grammatik und Wortschatzlisten

Unterrichtssprache

  • Muttersprache

Unterrichtsphasen

1.Einführungsphase

  • Grammatikpräsentation

2.Übungsphase

  • Satzbildung

3.Anwendungsphase

  • Übersetzen
  • Lesen
  • Schreiben

Fertigkeiten

  • Leseverstehen,
  • Fähigkeit zum Übersetzen, erst danach Sprech- und Schreibkompetenz
  • Sprachrichtigkeit ist wichtig

Textarbeit

  • Texte: Fiktionale wie Sachtexte, Prosa und später – wenn auch seltener – Lyrik
  • kulturkundliche, historische Texte
  • Texte bilden Vorlagen für Unterrichtsgespräch

Sozialform

  • Frontalunterricht

Weiterführende Links

Quellennachweis

  1. NEUNER, Gerhard; HUNFELD, Hans. Methoden des fremdsprachlichen Deutschunterrichts : Eine Einführung. Kassel: Universität Kassel, 1993. S. 19.